Wissen zum Angeben:
Miltenberg mal anders Teil 2

St. Jakobus Kirche4In unserer Serie „Wissen zum Angeben“ stellen wir pro Folge fünf Sightseeingplätze vor, die man nicht in jedem Reiseführer findet. Derzeit befinden wir uns ein weiteres Mal in Miltenberg. In der letzten Folge haben wir euch Joseph Martin Kraus, das Haus Turmeck, das Schwertfegertor, das älteste Fachwerkhaus der Stadt und die Alte Domkellerei vorgestellt. Heute geht es mit fünf weiteren historischen Orten in die zweite Runde.

Rheinhessisches LandschulheimRomantisch sieht es aus, das alte Buntstandsteingebäude am Burgweg. Ebenso wie das Haus Turmeck und die Mildenburg schmiegt es sich an den Berg und beschert seinen Besuchern einen phantastischen Blick ins Tal. Das Gebäude ist ein rheinhessisches Landschulheim und hat in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte vielen Kindern und Jugendlichen ein Zuhause auf Zeit gegeben. Heute lernt dort der wohlhabend Nachwuchs aus europäischen, amerikanischen und asiatischen Familien im „International Study Center“ Deutsch.

KühtorSicher seid ihr schon einmal hier durchgelaufen: Das Tor mit dem blau-gelben Mosaik, das euch von der Mainstraße zur Altstadt führt, nennt man Kühtor. Wie viele Kühe werden wohl im Laufe der Zeit durch das Kühtor getrieben worden sein?
Als eines von vielen Stadttoren wurde das Kühtor im ausgehenden Mittelalter (15./16. Jahrhundert) erbaut. Seine Spitzbogenwände sind aus rotem Mainsandstein. Ursprünglich hatten die Miltenberger die Madonna als Malerei darstellen lassen. Das Mosaik ersetzte das verblichene Wandgemälde in den 1960ern.

Iehemaliger Adelshofm Schwarzviertel findet sich dieser imposante Reinaissancebau: Der sogenannte Adelshof. Früher war er ein Oberamt, heute beherbergt er die Stadtbücherei. Der Adelshof wurde großflächig als schmucker dreigeschossiger Dreiflügelbau mit Satteldach und polygonalem Ecktreppenturm mit Zeltdach angelegt. Bemerkenswert ist das Mauerwerk mit Brunnen-Nische. Neben der alten Synagoge und dem Judenbad Mikwe ist der Alte Adelshof eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Schwarzviertels. (Unser Bild zeigt nur den rechten der drei Gebäudeflügel.)
Laurentiusfriedhof

 

Miltenberg verfügt über eine ganze Reihe historischer Friedhöfe – unter anderem zwei alte Judenfriedhöfe. Ein christlicher Friedhof, den zu besuchen sich lohnt, ist der Laurentius-Friedhof am Ortsausgang hinter dem Mainzer Tor (bei Laurentius-Kapelle). Schaurig-schöne Grabdenkmäler zeigen die Steinmetzkunst des 16. Jahrhunderts: Wappen, Schleifen, Ornamente, Kruzifixe und Konterfeis der Verstorbenen. Die schmiedeeisernen Einzäunungen um die einzelnen Gräber und Gruften vollenden das Gesamtbild. Unter anderem befindet sich hier die Grabstätte von Johann Robert von Capitain. Der Weltenbummler aus Frankfurt schaffte es im Laufe seiner Karriere bis zum Kaiserlich Türkischen Major, persönlichem Adjutanten des Prinzen II Hamy Pascha in Konstantinopel und Träger des Komturkreuzes des Ritterordens der Heiligen Mauritius und Lazerus. Respekt! Später residierte von Capitain im Weißen Schlösschen in Miltenberg.

Judenbad MikweIm Schwarzviertel unweit der Faust Brauerei befindet sich in einem schönen, roten Fachwerkbau (Löwengasse) das sogenannte Judenbad (Mikwe). Die Quelle im Keller des Hauses diente den Miltenberger Juden bis 1910 zur rituellen Waschungen. 1938 musste die Mikwe verfüllt werden.

Seit der Freilegung im Jahr 2004 können Interessierte die Anlage nach telefonischer Vereinbarung über die Tourist Information (09371 / 404-119) besuchen.

Freut euch auf weitere Folgen unserer Serie „Wissen zum Angeben“. Wir haben noch die Städte Obernburg, Aschaffenburg und Amorbach für euch in petto. Aber auch Miltenberg ist noch nicht ausgeschöpft.

 

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