Winzertipp:
Familie Kremer in Großheubach

bürg_wein2Passionierte Weintrinker kennen keine Weinsaison. Sie genießen den guten Tropfen ganzjährig. Offiziell spricht man jedoch im Frühjahr vom Beginn des Weinjahres. Der frühherbstliche Federweißer gilt als Vorbote. Ab September kann man ihn in den Läden kaufen. Schöner ist aber ein Besuch in einer Häckerwirtschaft. Am Bayerischen Untermain gibt es viele Weingüter, die Federweißer anbieten. Ab morgen öffnet der Winzerhof Kremer in Großheubach Tür, Tor und Weinfässer. Das Weingut wartet mit einer kulturell-landwirtschaftliche Besonderheit auf…

2208großheu_neuerwein1Winzer Ulrich Kremer ist nicht nur offiziell Bayerns bester Winzermeister, er hat auch frischen Wind in das elterliche Weingut gebracht. Seit diesem Jahr packen nebst Familie und Freunden auch fünf tierische Helfer bei der Weinbewirtschaftung mit an. Zwei Ziegen und drei Minischafe geben ihr Bestes, um die Ernte reich und den Wein schmackhaft zu machen. Dabei ist es gar nicht mal so einfach, dem Jobprofil eines Winzerschafs zu genügen:

Ihre Qualifikationen:
Sie verfügen über eine qualifizierte Ausbildung als Böschungsmulcher 
Sie haben Erfahrung im Knabbern von Weinblättern, lassen dabei aber idealerweise die Beeren unbeachtet
Sie arbeiten gerne im Team und passen sich den betriebsinternen Gepflogenheiten an
Erweiterte Kenntnisse in der Unkrautvernichtung erwünscht

Wir bieten Ihnen eine interessante und vielseitige Tätigkeit, ein natürliches Arbeitsumfeld und eine leistungsgerechte Vergütung in Form von leckeren Weinblättern.

2208großheu_neuerwein2Kurzum: Weinbergsschafe- und Ziegen dienen vor allem dazu, die Blätter des Weinstocks auszudünnen. So gelangen mehr Sonne und Nährstoffe an die Trauben. Auch für den Boden leisten die Tiere ganze Arbeit: Ihre Tritte festigen die Erde, ihr Maul mahl das Unkraut klein. Keine Chance für unerwünschte Pflanzen wie Brennnessel oder Goldrute.

Mit seinen tierischen Helfern zählt der Winzerhof Kremer als Exot in Franken. Dabei gehörte Weinbewirtschaftung mit Tieren vor etwa 50 Jahren noch zum Standard. Damals hielten deutsche Winzer vor allem Gänse und Hühner als praktischen Nebenverdienst in den Weinbergen. Deren Ausscheidungen dienten als natürlicher Dünger. Auch Schafe
waren im Weinberg keine Seltenheit. Weit verbreitet sind Weinschafe heute in den weinkulturnacht-6340ländlichen Regionen Neuseelands.

Doch zurück zum Federweißer – oder dem Roten Rauscher, der roten Variante des Trauben-Mosts. Ob der dank tierischer Helfer dieses Jahr noch besser schmeckt? Wer es ausprobiert: Schreibt mir doch in den Kommentaren oder auf Facebook eure Erfahrungen. Nebst gutem Tropfen bietet der Winzerhof Kremer typisch fränkische Speisen und eine gemütliche Atmosphäre in der Winzerstube.

Häckerwirtschaft der Kremers geöffnet vom 6. bis zum 15. November 2015 – Mühlgasse 12, Großheubach

 

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