Wunderland:
Das Mutter Museum in Amorbach

muttermuseum_web-9307„Das Unmögliche zu schaffen, gelingt einem nur, wenn man es für möglich befindet.“ Dieses Zitat stammt aus einem meiner Lieblingsbücher aus Kindertagen: „Alice im Wunderland“. Der 1865 erschienene Roman von Lewis Carroll ist voller Absonderlichem: Der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze, die Herzkönigin… Die Geschichte ist auf den ersten Blick absoluter Nonsens, steckt aber voll Weisheit, wenn man sie aufmerksam ließt. Wie Alice habe ich mich gefühlt, als ich am Wochenende dem Mutter Museum in Amorbach einen Besuch abgestattet habe. Moderne Kunst reiht sich hier nebst Traditionellem und Skurrilem aus dem vergangenen Jahrhundert.

muttermuseum_web-9303Gegründet hat das Mutter Museum die mittlerweile verstorbene Sammlerin Eva Maria Berger. Ihr Ziel: Die Schwellenangst zur Kunst abbauen. Ob Kunstkenner oder Laie – das Museum richtet sich an jeden, der einmal die teils verrückte, immer verspielte und stets inspirierende Wunderwelt der Bergers kennen lernen möchte. Sohn Michael Berger führt heute das Museum weiter.

muttermuseum_web-9306Ein riesiger Bücherturm erwartet den Besucher am Eingang. Schon von außen faszinierend, verbirgt er in seinem hohlen Inneren eine bizarre Besonderheit. Denn an der Decke und auf dem Boden des Turms befinden sich Spiegel. Die bunte Bücherröhre weitet den Blick und erstreckt sich bis ins Unendliche (siehe Titelbild).

muttermuseum_web-9317Ebenso Fesselnd: Das Spiegelkabinett. Mein Mann hat sich gleich an einem neuen Profilbild versucht. Das entstandene Foto kann nur als grotesk beschrieben werden, denn Christophs Körper ist in seine Einzelteile gesplittet.

Die Künstler, die das Museum vereint, gehören meist der Moderne oder der Postmoderne an: Lithografien von Picasso, Pop-Art von Lichtenstein und Illustrationen von Chagall stehen in einer Reihe mit Objekt-Montagen von Daniel Spoerri oder Michael Buthe. Zu sehen ist außerdem eine bekannte Skulptur von Niki de Saint-Phalle.

Das Alltägliche zur Kunst erheben – ein Anspruch, dem das Mutter Museum durchaus gerecht wird. Besonders beeindruckt hat mich die größte Teekannensammlung der Welt im ersten Stock des Hauses. Sage und schreibe 2500 Teekannen – zumeist kurios und außergewöhnlich (wie etwa die Lady-Di-Kanne oder die Miniaturkannen, die wie Gemüse und Obst aussehen) nehmen einen riesigen Raum komplett für sich ein.muttermuseum_web-9350

Ein Stockwerk darunter finden sich Minikannen aus Elfenbein, dessen Detailreichtum man nur mit der Lupe bewundern kann und ein originalgetreuer Mercedes Benz aus Streichhölzern. muttermuseum_web-9315

Mein Mann und ich waren schwer beeindruckt vom Mutter Museum in Amorbach. Leider hat es in diesem Jahr nur noch bis einschließlich Oktober und nur jeden zweiten Sonntag geöffnet. MainFlairs Tipp an euch: Schnell noch vorbeischauen. Die Öffnungszeiten: 20. September, 4. Oktober, 18. Oktober und 25. Oktober von 13.30 Uhr bis 17 Uhr. Lohnt sich!

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