Wissen zum Angeben:
Miltenberg mal anders Teil 1

JosephMartinKrausJeder kennt das Gasthaus Zum Riesen, das Schnatterloch oder – ganz klar – die Mildenburg. Doch wer kann schon von sich behaupten, die Kreisstadt Miltenberg besser zu kennen, als der englische Tourist, der eben mal mit Reiseführer und Kamera vor Ort war? Peinlich! Abhilfe schafft MainFlairs neue Serie „Wissen zum Angeben“. Darin stelle ich in jeder Folge fünf Sightseeing-Plätze vor, an denen ihr sicher schon unbemerkt vorbei gelaufen seid. Viel Spaß.

Letzten Sommer fragten mich Radtouristen aus Oberfranken, wer denn der nette Mann der Statue am Domus sei. Obwohl ich bislang meinte, meine Heimat zu kennen, wie meine Westentasche, wusste ich darauf keine Antwort. Also habe ich recherchiert und mich in Miltenberg einmal auf Entdeckungstour begeben. Meine Ergebnisse konnte ich mit der Kamera für euch einfangen.alte Domkellerei

Los gehts mit dem pfiffigen roten Gebäude zwischen Engelplatz und Würzburger Tor. Ihr erinnert euch: Das Haus mit dem stufenartigen Giebel und dem lauschigen Biergarten davor. Dieses Gebäude ist die Alte Domkellerei – auch Hartigsbau genannt. Es stammt aus der Spätgothik und diente früher dem Mainzer Domkeller als Wohnung. Die ursprüngliche Anlage war von Mauern und einem Graben umgeben und ein Stadthaus der Rüd von Kollenberg. 1420 schenkten diese ihr Anwesen dem Mainzer Domkapitel. Na dann: Prost!

SchwertfegerturmWas ist das eigentlich für ein Turm auf der anderen Straßenseite des Jagdhotels Rose? Man nennt ihn Schwertfegerturm oder auch Schwertfegertor. Er stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und bildete den Abschluss der inneren Westvorstadt. Sie reichte damals vom Stumpftor (bei der Jugendherberge) bis hierher. Benannte wurde der Schwertfegerturm nach einem Miltenberger Waffenschmied. Den kennt heute kaum noch jemand. Den Turm hingegen lernt jeder Miltenberger Schiffstourist kennen, der nicht weit davon entfernt anlegt. Wieder was gelernt!

 

Immer wieder beobachte ich Touristen, die anstelle der Mildenburg ein anderes burgähnliches Gebäude fotografieren. Ein zinnenbekröntes Haus mit gelber Backsteinfassade – das Haus Turmeck. Das Gebäude ist jedoch deutlich jünger als die Mildenburg und stammt aus dem Ende des 19. Jahrhundert. Der dreigeschossige Konglomeratsbau dient als Hotel.Haus Turmeck

ältestes FachwerkhausMiltenberg rühmt sich gerne mit dem ältesten Gasthaus Deutschlands. Ob dieser Anspruch verifiziert ist, darüber streiten die Geister. Trotzdem ist das Gasthaus Zum Riesen eine Besichtigung und ein hübsches Foto wert – nicht zuletzt wegen seiner kunstvollen Fachwerkstruktur. Doch der älteste Fachwerkbau Miltenbergs ist ein anderer. Das rot-weiße Haus datiert auf das Jahr 1339 und war im Besitz eines ehemaligen Optikers (zwischen Eisdiele und altem Rathaus; gegenüberliegende Seite). Schaut euch mal das Fachwerk etwas genauer an. Neben Andreaskreuzen und dem sogenannten Wilden Mann finden sich noch viele andere Schmuckformen. Ganz toll wie ich finde!

Statue Joseph Martin KrausUnd wer ist nun der hübsche junge Mann, dessen Statue den Vorplatz zum Domus ziert? Es ist Joseph Martin Kraus, der „Odenwälder Mozart“. Der Komponist lebte im 18. Jahrhundert im Zeitalter der Klassik und war unter anderem Kapellmeister am Hof des schwedischen Königs Gustav III. Obwohl er in Miltenberg geboren wurde, verbrachte er seine ersten drei Lebensjahre in Amorbach und zog später nach Buchen im Odenwald. Die Stadt Miltenberg ist trotzdem so stolz auf ihren berühmten Sohn, dass sie ihm eine Statue gewidmet hat. Die steht im Übrigen vor seinem Geburtshaus – dem Rokokogebäude aus rotem Sandstein.

Das war’s für heute mit dem Wissen zum Angeben. In der nächsten Folge folgen fünf weitere Sightseeing-Punkte in Miltenberg. Wie findet ihr diese Serie? Schreibt mir doch eure Meinung in die Kommentare! Ich freue mich!

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