Tradition am Untermain:
Miltenberger Michaelismesse

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Einen Artikel mit „Es ist wieder soweit“ anzufangen, ist im Journalismus eine Todsünde. Nun streiten sich „ernsthafte“ Journalisten mit sogenannten „Pseudo-Journalisten“ wie Bloggern darüber, ob für Blogs journalistische Schreibregeln generell außer Kraft treten. Was denkt ihr: Ist es okay, wenn ich einen Blogbeitrag über die Michelsmess mit dem Satz „Es ist wieder soweit“ anfange?

Ich wage den Versuch….

Es ist wieder soweit – die Michelsmess öffnet ihre Pforten (oder so ähnlich). Fesche Lederhosen, bunte Dirndl, näckische Weibsbilder und a zünftiges Maß Bier. Die Michelsmess hat, was das Bayernherz (Frankenherz?) begehrt….

Nee, oder? Klingt doof! Ziemlich abgewetzt und kitschig, gell? Und irgendwie nach Werbung. Es mag Medien geben, die so schreiben – sicher. Aber ernsthafte Journalisten tun das nicht. Und als solcher zähle ich mich. Wirklich. Ganz ernst. So zum großen Teil zumindest. *Hust*

Aber nun stehe ich vor einem großen Dilemma. Denn was soll man über die Michelsmess anderes schreiben? Wir alle kennen (und lieben) sie. Sie ist Tradition bei uns am Untermain. Seit 1923 gibt es sie – offiziell unter ihrem Namen. Inoffiziell feierten die Leut schon seit 1367 auf einem jährlichen Jahrmarkt. Damals stand vermutlich Ponyreiten hoch im Kurs, nebst Feuerschluckern, Akrobaten und heimlichen „Hexen“, die hinterm Marktstand mutigen Miltenbergern die Zukunft wahrsagten.

Ich könnte das noch ausführen, wenn ich wollte. Es wären allerdings alles Mutmaßungen und deshalb für den ernsthaften Journalismus irrelevant. Was also schreiben? Vielleicht das Festprogramm? Nee… Steht doch auf der offiziellen Messeseite michaelismesse.de. Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass dieses Jahr ein Messebierkrug zum Verkauf steht – signiert von Ossi Hülbig. Aha!

Ich mag die Messe. Wirklich. Ich bin jedes Jahr mindestens zweimal dort. Einmal zum Durchschlendern und einmal beim Feuerwerk. Nur das Zelt ist nichts so meines – lieber das Weindorf. Bevor ich aber hier groß beschreibe und eure Zeit mit leeren Hülsen sinnlos weiter beanspruche (vorausgesetzt ihr habt bis hierhin gelesen), lasse ich lieber Bilder sprechen…

Hier ein Zeitraffer von meinem lieben Mann Christoph, der letztes Jahr fleißig am Werkeln war. Gefilmt von der Mainbrücke. Viel Spaß!

P.S.: Für alle, die es noch nicht wissen: Die Mess startet morgen um 19.30 Uhr mit dem festlichen Bieranstich. Die meisten Marktstände und Fahrgeschäfte sind aber schon ab 15 Uhr geöffnet.

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