Vergangenheit erforschen:
Das BachgauMuseum in Großostheim

IMG_0751Nicht nur Jahrhunderte, sondern gar mehrere tausend Jahre zurück führen die Exponate des BachgauMuseums in Großostheim. Im ehemaligen dompropstlichen Nöthigsgut (Marktplatz) zeigt der Geschichtsverein Bachgau Sammlungen von der Frühzeit bis zum 20. Jahrhundert. Eines der schönsten Heimatmuseen am Untermain, wie ich finde.

IMG_0719Vor allem die große Auswahl an Handwerkszeug beeindruckt. So gibt es im Erdgeschoss eine lange Halle mit landwirtschaftlichen Maschinen und Werkzeugen, im dritten Obergeschoss wartet eine ebenso reichhaltige Sammlung zum Schneiderhandwerk.

IMG_0764Christoph und ich haben uns köstlich über die Damen- und Männerunterhosen im Wandel der Zeit amüsiert. Man merkt ihnen die „Klimaerwärmung“ deutlich an. Auch die Babyausstattung aus den vergangenen Jahrhunderten lässt schmunzeln. Ebenso übrigens wie der grotesk und gemeingefährlich wirkende Buggy (siehe Foto).IMG_0769

In insgesamt 17 Kategorien ist das Museum aufgeteilt. Nur um ein paar zu nennen: Keramik und Glas, Wein, Bier und Schnaps, allerhand Handwerk (Schmied, Schuhmacher, Küfer, Steinmetz, Zimmermann), Spielzeug, Kirche und Volksfrömmigkeit uvm. Die Ausstellungsfläche ist so riesig (insgesamt über 1100 Quadratmeter), dass man sich den kompletten Sonntagnachmittag Zeit nehmen sollte, wenn man alles erkunden will. Kleiner Tipp: An der Kasse einen Plan einstecken, sonst verläuft man sich und verpasst am Ende die Hälfte.IMG_0723

Besonder interessant fand ich das Bürgerliche Wohnen mit original eingerichteten Schlaf-, Küchen-, und Wohnräumen. Auch der Bereich der Vor- und Frühgeschichte ist einen Besuch wert. Wusstet ihr, dass in der Gegend um Großostheim bereits 6000 v. Chr. Siedlungen entstanden? Die gezeigten Ausgrabungsstücke stammen aus der Zeit um 4800 bis 4300 v. Chr (Neolithikum). Toll zu sehen, wie raffiniert die damaligen Bauern ihre Krüge und Töpfe verziert haben.

Lustig fanden wir das Intelligenz-Blatt und einige andere Schriften aus dem 19. Jahrhundert. Jeder, der sich damals für amtliche Mitteilungen interessierte, galt wohl von Staats wegen als besonders intelligent. IMG_0741

Erschreckend ist hingegen das manipulative Spielzeug aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Militärischer Drill in der Kinderstube, der Jungs spielerisch zu gehorsamen Untertanen und guten Soldaten erziehen sollte. Derzeit stellt das Museum zusätzlich einige schriftliche und bildliche Zeugnisse aus der Zeit des Ersten Weltkriegs aus. Diese Sonderausstellung läuft noch bis Ende Februar.

Überzeugt haben uns neben der Vielfalt, Rarität und dem Alter der Exponate auch der günstige Preis von zwei Euro pro Person sowie die freundliche Einführung an der Kasse. Den Betreibern, allesamt Ehrenämtler, an dieser Stelle ein dickes Lob.

IMG_0756Das Museum öffnet jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr seine Pforten. Vorbeischauen lohnt sich!

 

 

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