Obernburg von oben:
Der Römerspaziergang

römerspaziergang obb-5494Obernburg misst zwar nur rund 8500 Einwohner, doch es bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten. Mit meinem Mann war ich für euch auf Entdeckungstour in der Römerstadt. Die als „Römerspaziergang“ ausgeschilderte kleine Rundwanderung führte uns entlang des Franzosenwegs hoch über die Dächer Obernburgs, durch die Altstadt und vorbei am Römermuseum, dem Rosengarten und der Annakapelle.römerspaziergang obb-5504

Der Spaziergang dauert in gemächlichem Tempo rund 50 Minuten. Parken lässt es sich kostenfrei im Parkhaus am Wendelinusplatz. Achtung: Parkscheibe nicht vergessen! Von dort ist man bereits am unteren Ende des Mittleren Höhenwegs. In Obernburg nennt man diese Panoramastraße den „Franzosenweg“, da er im Zweiten Weltkrieg von französischen Kriegsgefangenen angelegt wurde. Zuvor nutzte man die Fläche als Streuobstwiese und viele Jahrhunderte zum Weinanbau.

Etwa einen Kilometer lang zieht sich die Straße, von der man einen tollen Blick über die Obernburger Altstadt, das benachbarte Elsenfeld, den Main und die ersten Ausläufer des Spessarts hat. Der Franzosenweg umfasst auch einige Kreuzwegstationen, von denen ich eine für euch fotografiert habe.römerspaziergang obb-5511

Da der Berghang stellenweise dicht bewachsen ist, bietet es sich an, den Weg auch einmal an einem sonnigen Wintertag zu laufen, wenn die Sicht auf das Maintal frei ist. Bevor der Mittlere Höhenweg in den Pfaffenberg mündet und die Straße leicht abfällt, führen Treppen wieder nach unten.

Am Fuß des Berges folgt man den blaugelben Schildern mit den römischen Galeeren und gelangt zum Unteren Tor, das ehemals ein städtisches Gefängnis war. Wer unter schattigen Bäumen ein Gläschen Wein und gute Küche genießen will, kann im Landgasthaus Römerhof speisen. Er liegt direkt nebenan. Ich kann das Maishähnchen empfehlen.

Ein kleines Stück Altstadt liegt noch auf dem Weg, dann biegt man beim Rathaus links ab in die Mainstraße. Hier befindet sich in einem schönen Fachwerkhaus das Restaurant Zum Anker – auch einen Besuch wert. Der Eingang ist vorne, hinter dem Haus sitzt man im lauschigen Biergarten unter Lindenbäumen am Stiftshof und schaut auf die St. Peter und Paul Kirche. römerspaziergang obb-5558

Die Mainstraße führt gerade nach unten Richtung Mainwiese und Schrebergärten. Bevor man diese erreicht hat, biegt man ab auf die Untere Wallstraße. Dort befinden sich das Römermuseum und der Rosengarten. Als wir vor Ort waren, haben fast alle Rosen geblüht und ich konnte den Garten samt Sicht auf den Almosenturm fotografieren. römerspaziergang obb-5573

Wer das Römermuseum besuchen will, kann hier nach Infos und Öffnungszeiten schauen. Um 100 n. Chr. errichteten die Römer in Obernburg ein Kastell auf dem Boden der jetzigen Altstadt. Teile der Limesmauer stehen noch heute und wenn in Obernburg abgerissen oder gebaut wird, sind oft auch Archäologen vor Ort, um das eine oder andere Fundstück zu bergen. Vieles davon steht im Römermuseum.

Der Weg führt weiter zur Annakapelle und von dort vorbei am Friedhof in Richtung Parkhaus. Nach einer knappen Stunde Bewegung kann man sich am Wendelinusplatz noch ein Eis gönnen.

2 Gedanken zu „Obernburg von oben:
Der Römerspaziergang

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